Inception

Es war an der Zeit mein Leben zurück zu bekommen. "To get my life back", würde man im Englischen sagen. Im Deutschen klingt das irgendwie falsch, oder? Was ich damit sagen will, die letzten zwei Monate drehte sich bei mir alles nur um Wohnungskauf, Umzug, Einrichtugen, Streichen, Finanzierung und so ein Zeug. Da hatte ich keine zusätzlichen Kapazitäten für "Socialising". (Meine Güte, wie sagt man "Socialising" auf deutsch? "Sozialisieren" ist ja was anderes. Well, ich werde es doch wohl schaffen diesen Artikel so zu schreiben, dass man das meiste versteht.) Auch für die ganz wichtigen Dinge wie Kino blieb kaum Zeit. Das änderte sich gestern Abend, als ich mit einem Schwung Freunden erst bei Wagamama's Essen war und dann Inception anguckte. (Heißt der Film im Deutschen auch so? Ich muss das Wort auch immer wieder bei Leo.org nachschlagen, weil ich die Bedeutung vergesse. Ob Deutschland den Titel ersetzt? Anfang, Beginn, Gründung - das sind die Worte die Leo vorschlägt.) Meine Schwester zeigte sich ob meiner Filmwahl überrascht: "Ist das ein Thema für dich?" Was sie damit meinte ist eher: "Brüderchen, das ist einer der Filme, die du nicht kapieren wirst."
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Die Maske

Seit kurzem fahre ich mit diesem schwarzen Ding im Gesicht rum. Über ein Jahr radel ich nun durch Londons Auspuffgase und konnte mich erst jetzt dazu durchringen, so eine Maske als kleineres Übel gegenüber dem Dreck in meinen Lungen zu betrachten. Mein Atmungssystem musste sich erst zu Wort melden. Während des Fahrradfahrens litt ich immer deutlicher an Atemnot. Ein blödes Gefühl, wenn die Lunge einfach nicht mehr tief einatmen will, vor allem wenn es darum geht durchzustarten, um eine gerade noch grüne Ampel zu erwischen. Hinzu kam ein unangenehmer Reizhusten, der sich aufschaukelte sobald angefangen und ich immer öfter auf dem Rad oder am Schreibtisch wie ein Ketten-Raucher trocken abhustete ohne irgendwas abzuhusten. Also entschied ich mich die subtilen Signale meines Körpers nicht länger zu ignorieren und bestellte auf wiggle.co.uk eine dieser Atemmasken.
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WM auf 19 Zoll

Video Streaming ist bei uns auf der Arbeit geblockt. Aber vor ein paar Tagen ging eine offizielle Email rum, mit einem Link zum VLC-Player der bei Aufruf... Jaaaa! Die Fußball-WM zeigt! Punkt 15 Uhr hatte man dann das Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko auf unzähligen Bildschirmen unseres Großraumbüro. Und auf meinem Schreibtisch kam dann auch endlich mal der zweite, eigentlich überflüssige 19-Zöller 26-Zöller so richtig zum Einsatz. Ich konnte mich ein bisschen zurücklehnen und ganz entspannt von oberster Stelle genehmigt WM auf der Arbeit gucken. Cool, dass die Engländer so Fußball verrückt sind. Das einzig blöde: Ich heute schon um 15 Uhr Feierabend.
(Nachtrag, 15 Juni: *ans Hirn fass* Wie komme ich bloß auf 19, meine Monitore sind RIESIG!)
Lara und ich
Ich betrete den Raum und da steht sie. Sie trägt ihr enges, türkisfarbenes Top, so wie beim allerersten Mal. Die Sonnenbrille ist neu und steht ihr gut. Waffen, Pistolenhalfter und Hot Pants sowieso. Ich frage schüchtern, ob wir nicht ein Photo machen könnten, in Erinnerung an alte Zeiten. Sie willigt ein.
Nun ist es vorbei. Ich bin wieder zu Hause und der Alltag beginnt.
Wenn es um Lara geht stoße ich oft auf Intoleranz, Unverständnis und Vorurteile. Aber das ist mir egal. Ich werde sie wiedersehen. Spätestens in einem Jahr, beim Tomb Raider Meeting XII. Ich kann es kaum erwarten.
6 Jahre LOST

Nun ist es passiert. LOST ist vorbei, nach 6 Jahren. Das ist fast so lang wie ich in London lebe. Das Ende einer Ära sozusagen. Nachdem sich der Super-Hype ab Staffel 3 ein bisschen abschwächte und die weltweite Zuschauerschaft zunehmend verstört vor den Fernsehern sitzen gelassen wurde, hatte man das alles doch ein bisschen zackiger abgewickelt als zu Blütezeiten der Quoten geplant. Von 7 Staffeln wurde damals gesprochen, nun wurden es 6. 24 Folgen waren es noch in den ersten Staffeln, dann nur noch 17 oder 18. Aber das ist alles Nebensache. Wichtig ist vielmehr, dass mit dem Ende nun auch die Stunde der Wahrheit kommt: Habe ich nun 6 Fernsehjahre meines Lebens verschwendet, für Jack, Kate, Sawyer, Hurley, Desmond und wie sie noch alle heißen emotionale Energie aufzuwenden, um dann eventuell in einem Finale miterleben zu müssen, wie die sorgsam gesponnen Geschichten mit all ihren kunstvollen Rück-, Vor- und in der letzten Staffel sogar Seitenblicken letztendlich ins Leere führen? Die Stunde der LOST-Wahrheit ist da, ich habe die letzte Doppelfolge (über 100 Minuten insgesamt) gesehen und ich muss sagen...
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Quick Death

Es fühlt sich an wie ein bisschen Sterben. Mein Blog-Eintrag von gestern ist weg. Über eine geheimnisvolle Schrift an meiner Wand ging es, mit Anleihen an biblischen Geschichten von einem babylonischen König sowie Samson und sogar ein Preisrätsel gab es, in dem meine geneigten Leser aufgefordert wurden den Ursprung dieser Schrift zu erraten. Getippt hatte ich das ganze auf meinem iPhone mit Quickoffice, einer Office-Application, die ich extra für den Zweck des mobilen Blogschreibens für sage und schreibe £7,99 erworben hatte. Als Ergebnis einer Kurzrecherche schien Quickoffice die beste Wahl: Gute Rezensionen, anständige Auswahl an Formaten und sogar Google-Documents unterstützt das Programm. Und so saß ich gestern beim Sonnenschein im Garten und tippte auf der Touchscreentastatur für eine knappe Stunde. Der Artikel war so gut wie fertig (ich feilte nur noch ein bisschen an der Formulierung des Preises für den Rätselgewinner) und mit einem fast hörbaren Bling wurde der Bildschirm schwarz.
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The Dark Knight

Ist man blöd, wenn man Filme wie The Dark Knight
nicht kapiert? Natürlich sehe ich den Joker und Batman und den Bürgermeister rumrennen und was sie alles tun, aber mir entgehen die ganzen Zusammenhänge und wenn ich nun die Handlung zusammenfassen sollte, müsste ich einfach sagen: Da sind die Bösen und die Guten und dieses Mädel und der eine Gute wird Böse und zum Schluss gewinnt Batman, kriegt die Schöne aber nicht, weil die irgendwie stirbt in einem dieser Joker-Spielchen. Ja, das klingt eher nach der Auffassungsgabe eines Dreijährigen und von daher bin ich wohl blöd. Sorry übrigens für den Spoiler mit der Schönen die stirbt. Um ehrlich zu sein, ich bin mir da gar nicht mehr so sicher, verlasst euch also besser nicht auf meine Zusammenfassung, falls ihr den Film noch sehen wollt. Jeder sagt einem ja, dass man ihn gesehen haben muss, denn es ist ja alles so toll und anders und Christian Bale und der posthume Oscar an Heath Ledger und überhaupt. Ich mache mir mehr Sorgen um meinen IQ. Zum Glück habe ich einen Doktor der Psychologie als Mitbewohner, der auch gleich mit einer Antwort rausrückt.
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Sie haben Post

Mir ist wieder so ein Benachrichtigungsschein der Royal Mail ins Haus geflattert. Eine Postlieferung brauchte meine Unterschrift und ich war nicht da. Nichts ungewöhnliches, denn ich bin einer der Privilegierten, die täglich zur Arbeit gehen dürfen und da kann ich dann leider unter der Woche nicht einrichten für spezielle Wünsche des Postboten da zu sein. Von daher lasse ich schon seit Jahren alle Bestellungen zu meiner Firmenadresse liefern. Aber nun ist es wieder so weit und dieses rot-weiße Papier ist im Türschlitz und fordert eine nicht unerhebliche logistische Leistung von mir. Man muss 48 Stunden warten, bis man die Lieferung an dem Ort der Verwahrung gegen Vorlage des Scheins samt Ausweis abholen kann. Dieses Post-Depot selbst ist am äußerstem Ende meines Einzugsgebietes, wo ich sonst nie hinkomme geschweige denn hin will. Die Öffnungszeiten sind sehr beschränkt. Für mich kommt nur der Samstag Vormittag in Frage, zwischen 8 und 12 Uhr. Ein fröhlicher Start in das Wochenende.
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Tulpen-Skandal
Mein Tulpen-Krimi von neulich wird zum Tulpen-Skandal! Soll DAS etwa SCHWARZ sein???
Schön sind sie ohne Zweifel, aber als "schwarz" geht das beim besten Willen nicht durch und es wird noch frecher, wenn man es mit den Bildern auf den Packungen vergleicht, in denen diese angeblich schwarzen Tulpen vermarktet werden. Und darauf habe ich jetzt 20 Jahre lang gewartet, dabei erinnere ich mich genau diese dunkel-lila Tulpen als Kind im Vorgarten unserer Nachbarn gesehen zu haben. Ein Schande ist das, Cornelius van Baerle würde sich in seinem fiktiven Grabe umdrehen. Wer trotzdem noch mehr Bildchen sehen möchte, klickt weiter.
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Ich hatte die Wahl

Ich kann meine "Mein erstes Mal"-Liste erweitern: Heute bin ich das erste Mal in England wählen gegangen. Bis gestern wusste ich gar nicht so recht, dass ich das überhaupt darf oder wie man das macht, aber da ich auf der Arbeit mehrmals täglich drauf angesprochen wurde und die einhellige Meinung bestand, ich dürfe selbstverständlich wählen, ich würde ja immerhin auch Steuern zahlen und letztendlich ist Politik doch nichts anderes als Verteilung von Steuergeldern, bin ich dann gestern doch noch auf so eine Internetseite, wo ich mich registrieren konnte, was aber nicht klappte, weil ein Tag vor der Wahl eben doch ein bisschen zu kurzfristig ist. Auf der Webseite selbst stand das nicht, da wurde nur suggeriert, dass die Anmeldung überhaupt kein Problem sei. So probierte ich x mal rum, bis ich aufgab und die Nummer meiner Counsil anrief, die über Postleitzahl da auch ermittelt werden konnte. Und es ging sogar gleich jemand ran. Ich war erst ganz misstrauisch und dachte ich hätte mich verwählt, denn solche Anrufe ohne erst eine Viertelstunde in der Warteschleife zu hängen, kennt man ja gar nicht mehr.
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Spielen wir Krieg?

Ich hatte nicht danach gefragt und hatte es nie gewollt. Mein Kollege drückte mir einfach CoD in die Hand - WaW.
„Musst du spielen, ist gut!“
Nun denn, es kam sogar ein Abend an dem ich nichts so recht mit mir anzufangen wusste. Prädestiniert dafür die PS3 anzuschmeißen. Die hatte ich mir Anfang des Jahres selbst zum Geburtstag geschenkt und bin immer noch ganz hibbelig, wenn es los geht. Und da lag nun das Spiel: CoD: WaW (Übersetzung für die Nicht-Gamer: Call of Duty: World at War
. Mir waren diese Titel bislang auch fremd, aber dass es sich um ein Kriegsspiel handelt habe vom Cover her selbst ich kapiert.) Ich habe noch nie Krieg gespielt, wurde mir als Junge verboten.
„Die Kriege auf der Welt sind schlimm genug, da muss man sie nicht noch spielen.“
Das ist die Stimme meiner Mutter, die irgendwie ihren Weg in mein Oberstübchen gebahnt und sich zu so was wie meinem Anti-Kriegs-Über-Ich gemausert hat. Mein Kriegs-Es startete das Spiel. Ich musste erstmal schwer schlucken, als mir mehrere Dinge gleichzeitig bewusst wurden.
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Digital Protection

Ein gelber Info-Ballon tauchte unten bei der Windows Taskbar auf: Digital Protection wollte irgendwas. Keine Ahnung was Digital Protection ist. Ich klickte es weg. Ein Klick der mir wochenlange Computerhölle bescheren sollte. Eine Kettenreaktion von Pop-up-Fenstern wurde ausgelöst, die sich alle um Virenschutz, Virenalarm und Runterladen der entsprechenden Sicherheitssoftware drehte. Ich wurde genau einen Klick zu spät skeptisch und konnte quasi nichts mehr tun. Mein Computer war verseucht.
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Alice und Alice

Wonderland ist abgebrannt. - Könnte man sagen. Nichts ist so wie es einmal war. Die Rote Königin ist auf dem Vormarsch ganz Wonderland unter ihre Terrorherrschaft zu bringen und die vormals heile Märchenwelt ist ein groteskes Zerrbild ihrer selbst. Eine ältere Version von Alice irrt durch einstige Kinderträume und sieht nur noch Ruinen. Sichtbar verstört stolpert sie durch gruselig transformierte Schauplätze und fragt sich, was ist passiert. Und nein, das ist nicht Tim Burtons neue Wunderland-Version, sondern das schon 10 Jahre alte Game American McGee's Alice
. Klingt überraschend ähnlich, oder? Ich war zwar kürzlich im neuesten Film, aber eigentlich hätte ich viel lieber die Umsetzung des Spiels gesehen, um die es leider, leider sehr ruhig geworden ist. Erst nahm ich an, die Rechte seien an Disney verkauft worden, die dann den morbiden Grundgedanken einer 17-jährigen Alice in der Psychiatrie eben Disney mäßig weichspülten. Falsch, beide Filmprojekte sind unabhängig voneinander. Aber wer da von wem abgeguckt haben könnte ist außer Frage.
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Shopping in Germany

Der Verkäufer hält mir die Jeans hin: "Probier die mal!"
Ich zögere. Ich wollte eine dunkle slim fit. Fast 80er Jahre eng. Was mir da hingehalten wird trifft es nicht ganz.
"Habt ihr nix von G-Star da?", frage ich zaghaft.
G-Star passt mir eigentlich immer.
"Nur die beiden hier." Beide Passformen die er mir hin hält sind weder eng geschnitten noch sind die Farben dunkel.
Irgendwo muss man ja anfangen, also verlasse ich das Gewohnte und probiere dieses ominöse Label an. Und siehe da, es passt. Sehr gut sogar. Ich will die Jeans haben. Der Verkäufer ist entzückt. Viel bessere Qualität als die überteuerte G-Star und überhaupt, die Promis würden sie auch tragen. Mein Blick fällt auf ein Dieter Bohlen der breit grienend für Camp David wirbt. "Camp David" - Ich stutze und bin leicht irritiert. Warum führt eine Marke den Begriff "Camp" im Namen, der neben der sehr maskulinen Bedeutung von Militär-Camp unter anderem auch tuntig bedeutet. "Tuntiger David" sozusagen, frei übersetzt. Bin ich Manns genug um mich mit dieser Doppelbedeutung am Hintern unbefangen durch London zu bewegen?
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Asche, nicht Rauch

Was fällt diesem dämlichen Vulkan ein, ausgerechnet diese Woche auszubrechen und seinen ganzen Dreck über Europa zu verteilen? Die Nachrichten überschlagen sich mit diesem Ereignis. Ich gucke keine Nachrichten und habe von meinem Arbeitskollegen davon erfahren:
"Na, wenn dein Flug mal nicht gestrichen wird."
Ich hatte erst keine Ahnung wovon er sprach (ich lese auch wenig Nachrichten, zu deprimierend das alles). Er klärte mich auf.
"Ich habe grad eine Email von British Airways bekommen.", erwidere ich. "Sie freuen sich mich als Fluggast erwarten zu können." Ich bin viel optimistischer, seit ich die Nachrichten ignoriere. Da macht man sich keine Sorgen mehr um Dinge die man eh nicht ändern kann. Am Abend kriege eine zweite Email: Flight has been cancelled.
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Über Bucks Blog
Buck lebt in London, liebt Movies, hasst Shopping, glaubt an Gott und schreibt was ihm so einfällt.
Wer will, darf's lesen.




