Wunschliste
Ich führe seit kurzem eine Wunschliste. Der größte Wunsch, der bisher in Erfüllung ging, ist mein neuer Blog hier. Ganz ungeplant ist das alles entstanden, ausgerechnet innerhalb der zwei Wochen, in denen ich so wenig Zeit hatte und so viel anderes vor wie lange nicht. Ungünstigste Bedingungen also, so ein Blog-Projekt anzugehen. Auslöser dafür, dass es doch passierte, war ein simpler Eintrag in der besagten neu geführten Wunschliste. Hier schreibe ich alles rein, was ich mir zu tun wünsche, durch den Kopf schwirrende Dinge für die ich in dem Moment keine Zeit habe, aber trotzdem gerne machen würde. Das kann ein simpler Anruf bei einem Freund sein, die Anzüge, bei denen die Reinigung schon überfällig ist, ein Blog Artikel, den ich gerne schreiben würde oder so Sachen, die irgendwie gut wären, wenn sie mal gemacht würden, wie z.B. endlich mal einen Zahnarzt hier in London zu finden. Und dann schlummern die Wünsche so auf der Liste (digital auf meinem PDA-Phone) und ich guck sie mir manchmal an, setzte Prioritäten und manchmal auch Termine, wenn der Wunsch sozusagen ein Verfallsdatum hat, wie z.B. das Hemden bügeln. - Hierzu muss ich kurz erklären: Ich hasse bügeln!
Leider muss ich auf der Arbeit mit Anzug und Hemd erscheinen und da ich es nicht ertrage, länger als sieben Minuten vorm Bügelbrett zu stehen, muss ich mir jeden Abend das Hemd für den nächsten Tag vornehmen. Meistens passiert das kurz vor zu Bett gehen, weil ich diese unliebsame Aufgabe so lange wo möglich verdränge. Dann fällt mir plötzlich das ungebügelte Hemd ein und wenn ich noch Kraft habe mache ich es eben schnell oder, noch schlimmer, ich muss am nächsten Morgen früher aufstehen und es dann machen. Diese Zeiten sind vorbei: Nun steht es ja auf der Wunschliste und ich habe die Wahl es gleich zu tun, wenn ich von der Arbeit komme oder das Hemd von übermorgen mitzubügeln, wenn ich weiß, dass ich am nächsten Abend spät werden könnte. Bei dem Blog war es so: Dieses Projekt, das eigentlich schon seit einem Jahr mir durch den Kopf schwirrt, vor allem wegen der eigenen Internetadresse, war mir zu groß um überhaupt irgendwo anzufangen. Als bescheidener Wunsch sah es so unbedrohlich aus. Da kann man dann auch schnell mal Webspace kaufen bevor man das Licht ausmacht oder mal ein bisschen mit der LifeType-Installation rumspielen. So kam eine Spielerei an die andere und schwubs, da war der Wunsch gefüllt. Fast ein kleines Wunder.
Ich hab ja mal gehört, dass manche Leute To-Do-Listen führen. Das wäre ja nichts für mich, so eine Aufgabe nach der anderen abzuarbeiten zu müssen. Da erfülle ich mir doch lieber gelegentlich Wünsche. Ich muss das nur noch meinem PDA beibringen, denn der nennt meine Wunschliste weiterhin beharrlich "Tasks".
Über Bucks Blog
Buck lebt in London, liebt Movies, hasst Shopping, glaubt an Gott und schreibt was ihm so einfällt.
Wer will, darf's lesen.
Kommentare
kein Betreff
Gandalf | 22/08/2007, 10:02
Schalter
buck | 22/08/2007, 22:19
Probiers doch mal. Aber wenn du glücklich mit der Letzten-Moment-Lösung bist, ist doch auch gut. Ansonsten gibt es da noch was, was ich nicht erwähnt habe. Man hat so kleine Schalter im Hirn, die muss man finden und dann umlegen und dann klappts. Aber tröste dich, ich finde die auch nicht so leicht, wie das hier klingt ;-)
Wunschliste
Gerda | 23/08/2007, 08:57
Die "im letzten Moment"-Methode hat sich bei mir bewährt, alles was unbedingt gemacht werden muß wird im letzten Moment getan, die momentan nicht so dringenden Dinge werden wieder bis zum letzten Moment aufgeschoben.
Eine Wunschliste würde mich mehrfach belasten: erstens müßte ich die Liste erstellen, nach Prioritäten reihen oder gar Termine zu setzen würde mich persönlich nur stressen.
Normalerweise sind ja die Dinge, die erledigt werden sollten im Gehirn gespeichert und gehen mir auch immer wieder durch den Kopf und wenn es soweit ist, also im letzten Moment wird es dann, wenn auch manchmal widerwillig aber doch erledigt.
Liebe Grüße Gerda
Wunschliste statt Todo-Liste
Christoph | 23/08/2007, 09:39
Hallo Buck,
die Idee mit der Wunschliste gefällt mir. Das klingt nicht so bedrohlich wie die Todo-Liste, oder wie dein PDA sagt: "Tasks". Ich versuche ja auch immer wieder, solcher Listen Herr zu werden. In einem Buch wurde dies als "Todo list of doom" genannt, wenn man immer neue Aufgaben angefügt hat. Die Alternativ-Version geht mir aber auch nicht leichter von der Hand. Vielleicht klappt es ja mit einer Wunschliste. Für zu Hause wäre das jedenfall was.
LG,
Christoph
deutsch
Tom | 23/08/2007, 10:49
Meine Liste heißt "Tudu" und klingt somit auch etwas freundlicher. Schneller abgearbeitet werden die Sachen darauf deshalb allerdings auch nicht. ;)



Hach, bei Dir klingt das alles so einfach. Hemden-bügeln auf die Wunschliste setzen und schwups ist das kein Problem mehr und die Hemden hängen jeden Morgen schön ordentlich im Schrank.
Ich KÖNNTE des ja auch mal ausprobieren, aber ich befürchte, ob nun mit Wunschliste oder nicht, die Klamotten werden trotzdem nach wie vor im letzten Moment geplättet... und mehr Spaß bringts mir gewiss auch nicht. Wenigstens sinds bei mir keine Hemden ;)