The Sound Of Music

Mit dem Genre des deutschsprachigen Heimatfilms war ich bisher weniger vertraut. Gleiches gilt für den englischsprachigen österreichischen Heimatfilm. Bis vor kurzem wusste ich nicht einmal, dass es sowas gibt. So habe ich zwar noch im letzten Jahr die Werbeplakate für das Musical "The Sound Of Music" entlang der U-Bahn-Rolltreppen wahrgenommen, aber außer einem innerlichen Kopfschütteln, was das nun schon wieder Exzentrisches sei, ihnen keine weitere Beachtung geschenkt. Inzwischen bin ich schlauer und habe mir auf Drängen meines Kollegen den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1965 anguckt.
Die ersten zwei Stunden sahen nach Heimatkitsch par excellence aus, erst im letzten Drittel kommt eine Art Wende. Es ist überraschend wie ungebrochen die Popularität von Film und Musical im angloamerikanischen Raum ist. Erst im Jahr 2006 gab es in London eine Neuinszenierung von Andrew Lloyd Webber, verbunden mit einer TV-Casting-Show. Das gleiche fand dann 2008 in Toronto statt und zur Zeit gibt es ein 2009-Tour durch ganz UK. Das Kuriose: In Deutschland und Österreich ist das Musical nahezu unbekannt. Besonders Salzburg, der Schauplatz des Geschehens, hat sich angeblich jahrelang von der Produktion distanziert und es als Kitsch abgetan. Erst vor 10 Jahren kam es zu einer Heim-Aufführung. Damit hört die Kuriositätenliste aber noch nicht auf.
Hätten wir es geahnt, dass somit das gute alte Volkslied nicht nur seit 1959 international hipp, sondern zum wahren Klassiker geworden ist, zigfach nachgesungen und gecovert? Nehmen wir zum Beispiel My Favorite Things: In der Gesichte wird es von der Novizin Maria gesungen, um den Kindern des Herrn von Trapp die Angst vor einem Gewitter zu nehmen. Ein durch und durch biederes Lied. Hört mal kurz rein. - Eine ganz andere Version von 2003 hat sich über einen Sampler auf meinen iPod geschlichen und von daher kam mir die Melodie irgendwie bekannt vor.
Trotz Hip Hop und Rapping sieht man im Geiste immer noch Maria und die Kinder singen - gut, man darf nicht zu sehr auf die neuen Lyrics zwischen den Refrain hören. Angeblich galt der Song auch als Michael Jacksons absolutes Lieblingslied. Interessant das alles. Und doch brauchte ich zwei Anläufe die fast drei Stunden Film zu gucken. Das erste mal brach ich grad ab, bevor es so richtig... - hm, "spannend wurde" wäre der falsche Ausdruck... - "interessant" klingt zu nüchtern, außerdem wiederhole ich das Wort... - vielleicht: "... bevor es so richtig mit dem Teil der Geschichte losging, weswegen ich den Film letztendlich gerne geguckt habe und weiterempfehlen kann." - Ja, so kann man es lassen.
Über Bucks Blog
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