How to Train Your Dragon

gepostet 09:04:35 - 11.04.10 | 566 mal gelesen
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How to Train Your Drogon

Ich sitze im Kino mit meinem Patensohn. Es ist das BFI Imax bei Waterloo Station mit der größten Leinwand in ganz Großbritannien. Entsprechend groß sind auch 3D- Brillen auf unseren Nasen und die Drachen, die uns nur so um die Ohren fliegen. Das heißt, eigentlich nur mir.
"Die Brille kitzelt", sagt meine Kinobegleitung schon bei der Werbung.
"Wo denn?", frage ich in der Hoffnung das Plastikgestell passend biegen zu können.
"Meine Nase." Er deutet auf das bisschen Nasenspitze, das gerade noch hinter der absolut überdimensionierten Brille hervor guckte. Mit Biegen war es nicht getan. Ich habe auch keine andere Idee. Als Aufsichtsperson eines Minderjährigen hat man immer so ein seltsames Gefühl man müsse auf alle Probleme Antworten haben. Ich spüre ein Gefühl des Versagens in mir aufsteigen. Dann der Geistesblitz:
"Du musst sie ja jetzt noch nicht tragen. Probier es doch einfach nochmal, wenn der Film anfängt."
Ich finde meine Antwort toll. Sicher würde der Film ihn schlagartig alles Brillenkitzeln vergessen lassen. Und der Film ließ vergessen. Jedenfalls mich.

Es ging gleich auf Hochtouren los, mit Drachen in allen Farben und Varianten, dass es nur so eine Freude und ein sprichwörtliches Feuerwerk war. In 3D sind die Überraschungsmomente natürlich noch wirkungsvoller. Aus dem Nichts auftauchend sitzt urplötzlich so Vieh direkt zwischen deinen Augen. Ich hörte neben mir einen erschreckten Kinderschrei, ein beruhigender Indikator dass jemand wohl die Brille doch trug. Es war die Mitte des Film schon überschritten als ich bemerkte, dass dieser jemand wohl entschieden hat den Film in unscharfem 2D weiter zugucken. Und ich glaube der Grund war mehr die 3D-Reizüberflutung als das Kitzeln. Da man Kinder fördern muss, ihre Limits zu spüren und zu tut was gut für sie ist, sind Vorhaltungen über den fast doppelten Eintritts-Preis für das 3D-Erlebnis in bester Location absolut unangebracht, auch wenn alle anderen mit Brille gucken. Als reifer Erwachsener schluckt man das runter (denkt es nicht einmal!), teilt vergnügt das Popcorn und freut sich über die gemeinsame Zeit. Vor allem dann, wenn es in dem Film genau darum geht, eben nicht das zu tun was alle anderen tun.

Unser Drachen-Trainer in der Geschichte ist nämlich ein bisschen anders als das raue Wikingervolk. Entgegen seinem den schmerzlichen Wunsch nach Anerkennung, lässt er seine einmalige Chance auf Ruhm als Drachentöter verstreichen und anstellte zu tun was alle anderen tun würden, bleibt er sich selbst treu. Es geht um Leben und Tod und da ist das Feingefühl unseres Helden eine Schwäche und eigentlich fehl am Platz. Aber er hat den Mut sich selbst zu sein und bricht damit alle Tabus, enttäuscht seinen Vater, verprellt das Mädchen in das er sich verguckt hat und tritt damit eine Revolution in seinem Wikingerdorf los, die alles bisher dagewesene auf den Kopf stellt - im positiven Sinne. How to Train Your Dragon hat wirklich eine sehr kraftvolle Botschaft.

Der Film ist vorbei. Ich will kurz im Büro vorbei schauen, weil ich da meinen Blackberry hab liegen lassen. Außerdem ist es vielleicht eine nette Idee meinem Patenkind erstmals meinen Arbeitsplatz zu zeigen, denk ich mir so.. Mein Patenkind denkt anders, will nach Hause und macht den unschuldigen Vorschlag, ich könne ihn doch erst Heim bringen und danach ins Büro. Ich schlucke, für mich bedeutet das zwei Stunden mehr. Es wäre so einfach gewesen. Viel einfacher, als die Entscheidung des anders denkenden und sich selbst treuen zu akzeptieren.

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Kommentare

Buck zu Gift und Galle am 30.12.12: Viel Glück, Britta - Lese deinen Kommentar erst jetzt. Wahrscheinlich hast du die...
Britta zu Gift und Galle am 30.11.12: Ich habe auch Probleme mit der Galenblase und bin nun soweit,...
BallenläUfer zu Der Fuß hat fünf Finger am 12.03.12: Wie den Fuß benutzen? - Hallo :) Interessanter Beitrag :) Vielleicht kann ich zu...
Laraba zu Von Rote Beete und Einläufen am 28.10.11: Die Frage ist ja: wieso Kaffee? Und nicht, say, Wasser oder...
Laraba zu Von Rote Beete und Einläufen am 28.10.11: lol
Buck zu Marathon Tagebuch - Woche 2, Tag 7 am 28.10.11: buck - Ich nehm's mal als Kompliment ;-)
Laraba zu Marathon Tagebuch - Woche 2, Tag 7 am 21.10.11: Du bist der Knaller. :-)
Buck zu Marathon Tagebuch - Woche 1, Tag 2 am 10.10.11: Kommt drauf an... - ... für dich dann eben ein Erholungsspaziergang ;-)
Tom zu Marathon Tagebuch - Woche 1, Tag 2 am 10.10.11: "Erholungslauf" ist auch sowas wie trockener Regen ;)
Buck zu Jetzt geht es um den See, um den See... am 07.10.11: drüber laufen - ja, das mit dem drüber laufen hatte ich im August schon...
Tom zu Jetzt geht es um den See, um den See... am 07.10.11: miss verstanden - also das hast du nun aber richtig miss verstanden. um den See...
Male Rinsland zu In einem Türknauf am 05.08.11: Grüße - schön bei dir gut gefallen mir auch die Bilder Male
Laraba zu Blog kaputt am 04.06.11: Jaaaaaaaa!
Buck zu Blog kaputt am 02.06.11: Repariert! - Haha! HA! Einfach mal wieder was bloggen hat den Fehler...
Tom zu Nachtwandern am 21.02.11: Ist der "crazy" der sich sowas ausdenkt, oder der der sowas...
Buck zu Nachtwandern am 19.02.11: Danke - Das ist ja schon mal ein Anfang. Danke Laraba! Werde mir das...
Laraba zu Nachtwandern am 19.02.11: Schnäppchen - Meru ist allerdings die Hausmarke von Globetrotter und deshalb...
Laraba zu Nachtwandern am 19.02.11: Investition Schlafsack - Hm, also erstmal musst Du Dich entscheiden ob Daune oder...
Buck zu Nachtwandern am 19.02.11: Zurück - Bin zurück! Und es war gut! Es hat zwar um 2 Uhr Nachts...
Laraba zu Nachtwandern am 18.02.11: Good luck! Ja, so ein richtig guter Schlafsack ist Gold wert,...

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